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1. Staatsbezeichnung

 

Republik Madagaskar

 

 

2. Flagge

 

 

3. Nationalhymne

 

 

 

4. Präsident

 

Seit 2002: Marc Ravalomanana

 

 

5. Hauptstadt

 

Antananarivo (kurz Tana!)

 

6. Geographie

 

 

Madagaskar, aufgrund der roten Farbe ihres lateritischen Bodens auch die "Rote Insel" genannt, befindet sich auf der Südhalbkugel, größtenteils in den Tropen. 400Km trennen die Insel durch die Strasse von Mosambik von den südostafrikanischen Küsten, somit gehört sie den Inseln des Indischen Ozeans zu und ist darüber hinaus mit 587.051 Km² die viertgrößte Insel der Welt nach Grönland, Neuguinea und Borneo. Vom Norden nach Süden erstreckt sich die Insel über 1600 Km und vom Westen nach Osten über 570 Km an ihrer breitesten Stelle. Als Vergleich ist sie so groß wie Frankreich (543.965 Km²) und die Schweiz (41.285 Km²) zusammen mit insgesamt etwa 5000 Km Küstenlinien!

 

 

7. Klima

 

Das Klima ist äußerst unterschiedlich auf ganz Madagaskar, denn sowohl der Südostpassat und der Nordwestmonsun, als auch Höhenlage und Lage starke Einflüsse über Temperatur und Niederschlage üben. Zur Kenntnisnahme sind die Jahreszeiten auf der Südhalbkugel um ein halbes Jahr verschoben und von einem Südsommer ab Oktober bis März und einem Südwinter ab April bis September stark geprägt.

 

Im zentralen Hochland herrscht ein gemäßigtes Klima. Temperatur und Niederschlag werden besonders von der Höhe (durchschnittlich 1100m hoch) beeinflusst. Im Juni kann die Nachttemperatur in unmittelbarer Umgebung des sich bis zu einer Höhe von über 2600 Metern erhebenden Ankaratra-Gebirges in Antsirabe in den Frostbereich fallen. Stürme sind hier in Sommer keine Seltenheiten.

 

Im Osten: Der aus dem indischen Ozean feuchtwarme Südostpassatwind wird von der steil abfallenden Ostküste aufgefangen, sodass diese Region verhältnismäßig hohe Niederschläge (jährlich über 3000 Millimeter) erhält. Die Ostküste Madagaskars leidet häufig, wie die meisten Küstenregionen im Norden und Westen Teil der Insel, unter Zyklonen besonders im Februar und März.

 

Im Westen: Der Nordwestmonsun bringt im Sommer im westlichen Teil der Insel Regen mit sich, jedoch deutlich im geringeren Masse als im Osten und lässt allmählich im Süden nach.  Das Sambirano-Gebiet (Nosy Be und Ambanja) im Nordwesten ist allerdings hier ein Ausnahmefall, da diese Region über ein kleines Mikroklima verfügt, das dem Klima im Osten stark ähnelt, was die Temperaturen und Niederschläge betrifft.

 

Im Gegensatz dazu herrscht im Süden ein arides Klima. Aus diesem Grund zeichnet sich der Süden durch eine Wüstenlandschaft und Sukkulenten aus und nichtsdestoweniger liegt es auch wahrscheinlich daran, dass diese Region die meist besuchte ganz Madagaskar ist.

 

 

8. Administrative Unterteilung

 

 

Madagaskar besteht aus  6 autonomen Provinzen, die in 22 Verwaltungsregionen unterteilt sind. Diese Regionen werden wiederum in 111 Kreise untergegliedert, die sich noch in 1558 Kommunen unterteilen lassen.

 

Eine tabellarische Übersicht über die Fläche jeder autonomen Provinzen:

 

Autonome Provinzen

Oberfläche-Gebiet (km²)

    Antsiranana :

43 056

    Antananarivo :

58 283

    Toamasina :

71 911

    Fianarantsoa :

102 373

    Mahajanga :

150 023

    Toliara :

161 405

     Total

587 051

 

 

9. Bevölkerung

 

 

Die Madagassische Bevölkerung besteht aus mehreren Volksgruppen, die aber durch eine gemeinsame offizielle Sprache - die madagassische Sprache -, Geschichte und kulturellen Hitengrund trotz regional bedingter Varietäten  vereint ist.

 

Atefasy (Leute des Sandes) an der Südostküste in der Umgebung von Farafangana; Antemoro (Leute von der Küste) an der Südostküste in Manakara; Antesaka im Südosten in der Gegend von Vangindrano; Antakarana (die von den Felsen) in Ambilobe und Antsiranana im Norden Madagaskars; Antambahoaka (die vom Volk) im Südosten in der Gegend von Mananjary; Antandroy (Leute des Dornenlandes) im äußersten Süden; die Antanosy (Leute von der Insel) an der Südostspitze in Taolagnaro; die Bara im Süden in der Nahe von Ihosy; die Betsileo (die Unbesiegbaren) in  Fianarantsoa; die Betsimisaraka (viele die sich nie trennen) hauptsachlich an der Ostkuste in Antalaha und Mahanoro; die Bezanozano (Viele kleine Zöpfe) in der Region von Moramanga und Mangoro ; die Mahafaly (die Unantastbaren oder jene die froh machen) in Ampanihy und Betioky; die Merina (Leute vom Hochland) in Antananarivo; die Sakalava (Leute aus dem langen Tal) von Morombe zu Analalava; die Sihanaka (Leute von der Sümpfe) im Alaotra See; die Tanala oder Antanala (Leute vom Wald) von Ifanadiana zu Iakora; die Tsimihety (Jene die sich die Haare nicht schneiden lassen) in Sofia und die Vezo (das Fischervolk) in Toliara.

 

Darüber hinaus sind noch ethnische Untergruppen wie die Tanalana unter dem Mahafaly; die Sara unter dem Vezo; die Mikea/Makoa unter dem Masikoro; die Zafimaniry unter dem Tanala; die Betanimena unter dem Betsimisaraka; die Zafisoro unter dem Antesaka vorhanden.

 

Anfang des 20.Jahrhundertes hatte Madagaskar c.a. 2.242.000 Einwohner. Bis 1950 betrug die jahresdurchschnittliche Wachstumsrate etwa 1%, sodass man daher behaupten kann, die starke Zunahme der Bevölkerungszahl ist ein relativ junges Phänomen. Im Jahre 1966 erreicht die Wachstumsrate 2,2%, im Jahre 1975 2,7%, und wurde 1993 auf 2,8% geschatzt. Dementsprechend betrug die Einwohnerzahl Madagaskars im Jahre 1966 6.462.000 und im Jahre 1975 stieg sie auf 7.603.790. 1993 ist die Einwohnerzahl c.a. um das Doppelte gestiegen (12.238.914) und ist in 2008 auf 18.866.000 vom statistischen Amt (INSTAT) eingeschatzt worden.

 

Was die Verteilung der Bevölkerung in ganz Madagaskar angeht, ist Antananarivo die meist besiedelte Provinz, da etwa 30% der Bevölkerung Antananarivo bewohnen. Auf die zweite Stelle kommt Fianarantsoa mit etwa 22%. Toliara, Mahajanga und Fianarantsoa haben den gleichen Anteil mit je 15%. Schließlich besiedeln etwa 7% der Bevölkerung die Provinz Antsiranana.

Madagaskar hat eine verhältnismäßig junge Bevölkerung, weil c.a. 56% ihrer Einwohner unter 20 Jahre alt einzustufen sind. Der Prozentsatz der Einwohner über 65 Jahre alt ist mit 2,7% sehr niedrig. Dies lasst sich dadurch erklären, dass die Lebenserwartung relativ kurz ist (durchschnittlich 57,2 Jahre alt): 58,1% für Frauen gegen 56,3 für Männer. Auffallend ist allerdings eine gleiche Verteilung der Geschlechter: 99,8 Männer für 100 Frauen.

 

Aufgrund der Insellage und der von den großen Wanderungszügen weit entfernten geographischen Lage hat Madagaskar eine geringe Anzahl an Auswanderern. Nichtsdestotrotz leben hier europäische, amerikanische, asiatische, afrikanische und arabische Gemeinschaften.

 

 

10. Sozioökonomische Aspekte

 

 

a. Ein madagassischer Haushalt

Der madagassische Haushalt besteht durchschnittlich aus 4,9 Personen und monogamische, gewöhnliche Eheschließungen betragen heutzutage 41%.

 

b. Gesundheit

Laut statistischen Amts (INSTAT) gebart eine madagassische Frau durchschnittlich 5,2 Kinder bis zum Ende ihrer Fruchtbarkeit. Zwischen dem Zeitraum 1991-2003/04 starben 469 Frauen bei 100.000 lebenden Geburten entweder wahrend der Schwangerschaft, oder bei der Geburt, oder in de zwei Monaten nach Geburt.

 

Die Säuglingssterblichkeitsquote ist im Jahre 2003/2004 auf 58 pro 1.000 gelungene Geburt geschatzt. Seit 1997 ist die Säuglingssterblichkeit stark zurückgegangen, sodass Madagaskar zu den subsaharischen Ländern gehört, wo die Überlebenschancen für Säuglinge relativ hoch sind.

Eine der Krankheiten die am meisten vorkommen ist Malaria (42% der registrierten Falle, jedoch mit einer sinkenden Tendenz aufgrund besserer medizinischer Versorgung der am meisten betroffenen Regionen). Diarrhö betragen 11% der Falle.

 

Aids ist eine nationale Sorge geworden, obschon die Anzahl der Aids-Infizierten deutlich gering ist. Bei 218.310 Untersuchten waren im Juni 2003 59 Aidskranke und 226 Seropositive festzustellen. Als Gegenmaßnahmen sind Sensibilisierung in ganz Madagaskar durchgeführt worden. Im Jahre 2003 betrug der Prozentsatz der Aidskranken 1,1% laut Ministerium für Gesundheit und Familienplanung. Die Regierung plant, diesen Prozentsatz in den kommenden Jahren möglichst gering zu reduzieren. 2006 nahmen der Präsident und sein Frau selber an einer Blutuntersuchung teil, um vorbildhaft gegen diese Krankheit zu kämpfen

 

c. Ausbildung

Der Anteil der Bevölkerung, der ab 6 Jahre alt als Analphabet einzustufen ist, ist 2004 auf 35,2% zurückgegangen. Ab 2002 lasst sich in diesem Bereich eine klare Verbesserung feststellen, denn zwischen 2002 und 2004 blieb die Einschulungsquote auf 122% unverändert um 2004 eine Netto-Einschulungsquote von 85% zu erreichen (Quelle: INSTAT 2004)

 

d. Arbeitslosigkeit

In Madagaskar lag 2004 die Arbeitslosigkeitsquote bei 2,7%. Besonders hoch ist sie in Antananarivo, der Hauptstadt, somit ist die Arbeitslosigkeit ein hauptsachlich städtisches Phänomen.

 

e. Armut

Im Jahre 2004 leben 72,1% der Bevölkerung unter der Armutsschwelle. Armut ist hauptsächlich ein ländliches Phänomen, denn egal in welchen Provinzen man sich befindet, wird die höchste Rate immer in ländlichen Gebieten festgestellt. Antsiranana und Antananarivo haben die niedrigsten Raten wegen der hohen Konzentration wirtschaftlicher Aktivitäten in diesen beiden Provinzen: Vanilleanbau in Antsiranana und die Freihandelszonen in Antananarivo.

 

f. Wirtschaft

Die madagassische Wirtschaft beruht sich größtenteils auf der Landwirtschaft, denn 3 Haushalte von 4 leben davon. Grundnahrungsmittel wie Reis, Maniok und Mais werden meistens angebaut. Darüber hinaus ist die große Insel ebenfalls für den Anbau verschiedener Exportwaren wie Vanille, Kaffe, Gewürznelken, Garnellen weltweit bekannt. Der Tourismus ist aber mittlerweile eine unentbehrliche Devisenquelle geworden

 

Landwirtschaftliche Aktivitäten, wovon die Wirtschaft Madagaskars abhängig ist, ist noch sehr rudimentär: sehr weniger Einsatz landwirtschaftlicher Maschinen, zu wenig angebaute Flachen, sodass die Ernten nicht ausreichen. Schließlich betragt der Prozentsatz landwirtschaftlicher Aktivitäten im Jahre 2005 nur 26% der ganzen BIP (Bruttoinlandsprodukt) des Landes.

 

Die Industrie in Madagaskar steck noch in den Kinderschuhen abgesehen von den Freihandelszonen, die recht aufblühen. Im Jahre 2003 haben sich hier niedergelassen und beschäftigen 110.000 Angestellte (ein viertel von der Angestellten im sekundären Sektor)

 

Das Jahr 2002 war für die Wirtschaft Madagaskars ungünstig. Der Grund dafür waren die Krisen wahren der Präsidentenwahl, die die ganzen wirtschaftlichen Aktivitäten lahm gelegt hat: mehrere Freihandelszonenunternehmen haben zugemacht, die dadurch verursachten Arbeitsverluste, die Anzahl der Touristen ging drastisch zurück (61.674 im Jahre 2002 wohingegen 170.208 im Jahre 2001 und 160.071 im Jahre 2000). In diesem Jahr 2002 erreichte das Wirtschaftswachstum die niedrigste Rate seit der Unabhängigkeit (-12,7%).

 

Nach der Krise von 2002 ging die madagassische Wirtschaft schrittweise aufrecht, denn Ende 2002 machten die Freihandelszonen langsam wieder auf. 2003 blüht diese Branche wieder auf, sodass die Gesamtproduktion um 77% gestiegen ist. Derselbe Schwung ließ sich ebenfalls im Bereich des Tourismus feststellen, denn die Anzahl der Touristen betrug 2003 139.230. Ein Wirtschaftswachstum von 9,8 wurde in demselben Jahr erreicht, 2004 betrug es 5,3% und 2005 5,1%.

 

Im Oktober 2004 erfüllte Madagaskar alle Bedingungen, um den "achievment point" erreichen zu können, sodass ein erheblicher Teil der Schulden getilgt wurde.

 

Trotz dieser Verbesserung der wirtschaftlichen Lage ist der Preisanstieg von Petroleum im Jahre 2004 und 2005 auf dem Weltmarkt an der Wirtschaft Madagaskars nicht spurlos vorbeigegangen. Hinzu kommt noch, dass die Wahrung (Ariary) an Wert stark verlor, was zu einer zweistelligen Inflation führte mit jeweils 13,8% und 18,4% im Jahr 2004 und 2005.

 

Allerdings verfugt Madagaskar, außer der Politik für die Wiederankurbelung der Wirtschaft und dem DSRP (Dokument über die Strategien der Reduktion der Armut), über mehrere Ressourcen, die einen schnellen wirtschaftlichen Aufschwung fordern konnten

    – ein sehr breites Land

    – günstiges Klima

    – eine Fauna und Flora, die größtenteils endemisch sind

    – ein großes Potentiell an Landwirtschaft, Tierzucht und Meeresfischfang

    – ein breites Spektrum an Bodenschatzen

    - eine junge Bevölkerung

    - und aufbewahrte kulturelle Werte.

 

 

11. Geschichte

 

 

 

Andrianampoinimerina

 

 

I. WICHTIGE DATEN DER GESCHICHTE MADAGASKARS

 

Vor dem 20.Jahrhundert lasst sich die Geschichte Madagaskars nur sehr wage rekonstruieren.

 

a. Altgeschichte

Vier oder fünf Jahrhunderte lang vor und nach J. K. wurde die Insel bewohnt.

 

b. Mittelalter

Ungefähr vom 9. bis zum 14.Jahrhundert sind die Araber nach Madagaskar eingewandert. Die madagassische Bevölkerung wurde ist in mehrere Volksgruppen geteilt.

 

c. Anfang 16. bis Ende des 18.Jahrhunderts

 

16.Jahrhundert

1500: Die Portugiesen entdeckten Madagaskar.

 

Mitte des 16.Jahrhundert: Herrschaft von Rangita.

 

Ende des 16. Jahrhunderts - 17.Jahrhundert: Herrschaft von den Imerina-Kapetingern.

17.Jahrhundert

1610-1685 (?): Herrschaft von Andriandahifotsy 

 

1643: Gründung von Fort-Dauphin

 

1674: Fort-Dauphin wurde verlassen

 

1675-1710 (?): Herrschaft von Andriamasinavalona, der Imerina wurde geteilt.

18.Jahrhundert

1712: Ramaromanompo eroberte Fenerive und unternahm die Vereinigung von Betsimisaraka.

 

1745: Gründung von Mahajanga.

 

C.a. 1750: Andriamanalina wurde der erste König von Isandra.

 

1787: Andrianampoinimerina wurde König von Ambohimanga

 

1794: Andrianampoinimerina eroberte Antananarivo

 

d. Anfang 19. bis Ende des 20. Jahrhunderts

1810-1828

: Herrschaft von Radama.I

1814

: Ende der Eroberung von den Betsileo.

1817

: Anglo-madagassischer Vertrag. Besatzung von Tamatave

1822

: Der Menabe wurde teilweise erobert.

1824

: Eroberung von Boina

1825

: Fort-Dauphin wurde erobert.

1828-1861

: Herrschaft von Ranavalona .I

1830

: Gründung von Fianarantsoa.

1840-1841

: Die Franzosen kamen in Nosy-Be an und ein Teil im Nordwesten wurde als französisches Protektorat erklärt.

1845

: Ranavalona vertrieb die Europäer.

1832-1878

: Aufnahme von Jean Laborde, einem französischen Schiffbrüchigen, in Madagaskar.

1861-1863

: Herrschaft von Radama .II

1864-1896

: Rainilaiarivony wurde Premierminister.

1869

: Königin Ranavalona .II bekannte sich zu Christentum.

1868-1881

: Die Code der Artikel 101 und der 305.

1877-1878

: Die mozambische Sklaven emanzipierten sich.

1883

: Der Franko-Merina-Krieg.

1885-1895

: Madagaskar wurde ein französisches Protektorat.

1896

: Madagaskar wurde von Frankreich annektiert.

1896-1905

: Gallieni wurde Gouverneur.

1946

: Madagaskar wurde ein französisches Überseedepartement, das in der französischen Nationalversammlung vertreten war.

1956

: Durch das Rahmengesetz wurden die Behörden gewählt.

August 1958

: Der General De Gaulle waren Madagaskar zu Besuch.

14 Oktober 1958

: Die Republik Madagaskar wurde ausgerufen. Das Annexionsgesetz wurde abgeschaffen.

1960 (April)

: Franko-madagassiche Übereinstimmung über die Unabhängigkeit.

       (26 Juni)

: Die Unabhängigkeit wurde ausgerufen.

1961 (26 März)

: Gründung der Afrikanischen und Madagassischen Union.

1960-1972

: Die erste Republik wurde Republik Madagaskar genannt, mit Philibert TSIRANANA als Staatspräsident.

1975-1991

: Die zweite Republik wurde Demokratische Republik Madagaskar genannt, mit Didier RATSIRAKA als Staatspräsident

1993-bis jetzt

: Die 3 Republik, genannt Republik Madagaskar

Präsidenten :

- Albert ZAFY 1992-1996

- Didier RATSIRAKA 1996-2001

- Marc RAVALOMANANA 2002- bis jetzt

 

II. URSPRÜNGE DER MADAGASSEN

 

Es ist schwierig, den Beginn der Geschichte Madagaskars zu ermitteln, denn Aufschlusse darüber sind sehr selten und meistens unzuverlässig. Zum Einen wurden weder Reliquien, noch Gegenstande in dem Boden aufgefunden, die auf die Existenz prähistorischer Menschen hinweisen können. Bis zum Beweis des Gegenteils darf man aus diesem Grund annehmen, dass die Insel erst vor ein paar Jahrhunderten bewohnt worden ist. Zum Anderen hinterließen die erste Einwohner (genannt "vazimba") nur Mundüberlieferungen und Legenden. Die Älteste davon ist die "Tantaran'ny Andriana eto Madagasikara" ("Die Geschichte der Adligen in Madagaskar"). Sie betrifft allerdings nur die Volksgruppe Merina.

 

Der Beginn der Geschichte Madagaskars wird meistens sehr eng mit der Ankunft der Europäer im 16 und 17.Jahrhundert in Verbindung gebracht. Es ist dann notwendig, die Lebensweisen der Madagassen mit denen anderer Volker zu vergleichen, um mehr aus der unerforschten Vergangenheit erfahren zu können.

 

III. DIE BESIEDLUNG DER INSEL

 

a. Der Beginn der Besiedlung der Insel

Die ersten Einwanderer kamen in isolierten Gruppen in Madagaskar an und haben beschlossen, sich an der Ostküste, in der Savanne im Nordwesten und in den kleinen Talern geschont von den Winden niederzulassen. Wegen Streitereien um Länder fanden oft Kampfe zwischen den Volksgruppen statt, sodass sie damals in befestigen Hohen lebten, um sich leichter gegen Angriffe verteidigen zu können. Ihre Nahrungen holten sie sich von der Jagd, dem Pflücken und aus den Reisfeldern. Wegen wachsender Anzahl reichte ihnen ihr Wohnort mit der Zeit nicht mehr aus, sodass sie sich auf der Suche nach anderen freien Flachen machten. Leider konnten sie diese breiten Flachen nie optimal anbauen können, da ihnen die passenden, bzw. besser entwickelten Anbaumaterialen dafür fehlten. In den dunklen und dichten Wald im Osten einzudringen wagten sie jedoch auch nicht, da sie glaubten, der Wald sei von bösen Geistern bewohnt gewesen. Aus diesem Grund musste sie die bereits naturell beschaffenen Wege benutzen (Wie Androna und Ihosy).

 

b. Die Rolle der Araber

Aus dem Festland Afrika und den Inseln Komoren kamen die Araber meistens zwischen dem 9. und dem 14.Jahrhundert hierher und besiedelten den Nordwesten, Nordosten und den südöstlichen Teil Madagaskars. Spuren ihrer Besiedlung lassen sich am meisten in Vohemar feststellen.

 

Die Araber waren den Madagassen im Bereich Bewaffnung und Organisation weitgehend Überlegen:

Erstens haben sie neue Praktiken mit sich gebracht: Handel, Sklaverei, Wahrungen, Kalender, Wahrsagungen und Schrift.

Zweitens haben sie die Leiter für die unterschiedlichen madagassischen Volksgruppen (wie bei den Tanala, Bara, und Betsileo) ausgewählt, was die Organisation und die Vergrößerung des Territoriums angeht, da sie besser bewaffnet waren. Am meisten beeinflusst haben sie jedoch die Einwohner im Sudosten und die Sakalava.

 

c. Die Besiedlung der Hochländer

Die Besiedlung der Hochländer hat sich wahrscheinlich in zwei Phasen vollzogen, die zeitlich nicht präzise zu situieren ist.

1- Die Ureinwohner der Hochländer, die im zwischen den 12. und 14. Jahrhundert die Regionen Imerina und Betsileo bewohnten, werden "Vazimba" genannt. Über diese so gut wie gar keine Informationen zur Verfugung stehen.

2- Den Volksgruppen, malaiischer Herkunft und wahrscheinlich die letzten, die in der Insel eingewandert sind, ist es gelungen, von der Ostküste durch den Wald und auf die Felsklippe hinauf bis ins zentrale Hochland Imerina einzudringen. Überlegen in ihrer Anzahl haben sie die "Vazimba" durch geschickte Kampfe aus dem Lande zurückgeschoben und gründeten die Königsreiche Merina und Betsileo.

 

Diese Wanderer haben auf ihrem Weg Spuren hinterlassen wie Befestigungen

 

IV. MADAGASKAR UND FRANKREICH IM 17. UND 18. JAHRHUNDERT

 

Die Franzosen waren nicht an der Entdeckung Madagaskars beteiligt. Nichtsdestotrotz haben viele französischen Schiffe hielte im 16. und 17. Jahrhundert in der Insel auf. Das erste dauerhafte europäische Handelsunternehmen wurde von einer französischen Handelsgesellschaft gegründet.

 

a. Die Gründung von Fort-Dauphin

Die Franzosen benötigten eine Hafen, in dem sie zwecks Handel auf dem Weg nach Indien anlaufen konnten. Sie ließen sich von Seeleute beraten, die sich oft an den afrikanischen Kusten und in Mauritius aufhielte und überdies gute Kontakte mit den Madagassen hatten. Es dauerte nicht lange, bis der König von Frankreich im Jahre 1642 ein Schiff der "Compagnie de l'Orient" mit dem Befehl, "die Insel in Besitz zu nehmen, sich dort niederzulassen und Handel zu treiben", nach Madagaskar schickte. Pronis, der Leiter der Expedition, entschied sich ohne Lange Überlegungen anstatt der Bucht von St. Luce für die Halbinsel "Taolankarana" und ließ dort die Fort-Dauphin bauen.

 

Der Gouverneur Flacourt (von 1648 bis 1655) hat die Einwohner gezwungen, ihm Waren wie Rinder nach Frankreich zu liefern. Wahrend dieser Expedition erforschte er den südlichen und östlichen Teil der Insel. Manche Franzose stellten sich sogar zu Dienst der Chefs der Einheimischen, wahrend andere nach La Reunion geschickt worden sind, da es die Insel la Reunion noch nicht besiedelt war. Flacourt verfasste "L'Histoire de la Grande Ile", das erste Buch über die große Insel, das bis heute noch mit großem Interesse nachgeschlagen wird.

 

Die Nachfolger von Flacourt hatten nicht seine Willenskräfte. Das Unternehmen fand nicht das erhoffte Reichtum im Lande, die Schiffe kamen immer weniger. Die Kolons entmutigten sich und verließen 1674 Fort-Dauphin.

 

b. Die Franzosen im 18. Jahrhundert in Madagaskar

Ein besonderes Interesse an der großen Insel hatten vor allem die:

1. Piraten, die von dem großen Handelsweg nach den Indien angezogen wurden, und Anfang des 18. Jahrhunderts die Insel Sainte-Marie besiedelten.

2. französischen Kolonisten aus den Nachbarinseln La Reunion und Mauritius (damals noch Bourbone und Frankreich genannt), Hauptproduzenten von Zucker und Kaffee, die Fleisch und Reis benötigten und sich diese Waren bei den Handelsniederlassungen entlang der Ostküste Madagaskars (Foulpointe) besorgten.

 

Madagaskar wurde auf dieser Weise zu Gunsten der kleinen Insel Mascareignes weniger Aufmerksamkeit geschenkt. Allerdings nahmen sich immer mehr französische Reisende vor, immer mehr landeseinwärts einzudringen, sodass sie Ende des Jahrhunderts Madagaskar von Osten (Tamatave) nach Westen (Mahajanga) durchgingen. Einer von ihnen, Mayeur, entdeckte mit Verwunderung das Imerina-Gebiet, dessen Einwohner Baumwollen und Seiden weben, Eisen verarbeiten, und ihre Reisfelder bewassern können...

 

XI. DIE EROBERUNG MADAGASKARS DURCH FRANKREICH

 

Frankreich griff 1883 Madagaskar trotz relativ enger Beziehung mit Großbritannien an und eigneten sich die Haupthafen ein, aber nicht ohne Widerstand, denn daraus resultierte ein 30 Monate langer Krieg zwischen den Franzosen und den Madagassen. Jedoch endete dieser Krieg mit einem Vertrag, der Frankreich eine Art Protektorat über Madagaskar erteilte. Der damalige Premierminister Rainilaiarivony erhoffte militärische Unterstuzung seitens der Briten, und schaffte es noch, den Franzosen die Vollmacht über ein Protektorat nicht zu erteilen. Nach dem Abkommen von Zanzibar hielten sich doch die Briten heraus, sodass sich Frankreich 1895 durch eine Invasion durchsetzte. Ein Jahr lang war Madagaskar ein französisches Protektorat und wurde schließlich 1896 Kolonie. Eine Jahr darauf wurden Königin Ranavalona .III und der Premierminister in Exil nach Algerien geschickt und die Monarchie wurde zur gleichen Zeit abgeschaffen.

 

a. Die Anarchie im Jahre 1896

Die französische Regierung glaubte, die Annektierung Madagaskars sei durch die leichte Eroberung von Antananarivo gewonnen und ließ demgemäß nur noch eine handvolle Soldaten um der Hauptstadt herum. Einige Mitglieder der madagassischen Regierung nutzten diese Situation aus und begannen mit der " Fahavalo " oder der rebellischen Bewegung. Der Aufstand gegen die Franzose wurde auch von den Sklaven unterstützt, die von Frankreich befreit wurden und keine Arbeit hatten. Die anderen Volksgruppen (Betsimisaraka, Sakalava) außerhalb Antananarivo erhoben sich geg